Dies ist die Geschichte eines Mädchens, das mit neun Jahren seine Heimat verliert. 1991 belagern die Serben die kroatische Grenzstadt Vukovar an der Donau. Mädchen, Mutter und großer Bruder der Familie fliehen, während der Vater als Kämpfer bleibt und bald als vermisst gilt. Das Mädchen wächst unter erschwerten Bedingungen auf, Unterkunft bietet letztlich für alle Drei ein kleines Zimmer in einem Hotel in Zagreb. Die Großeltern stoßen noch dazu, doch vom Vater fehlt jede Spur. Die Mutter und der Bruder kämpfen um eine menschenwürdige Unterkunft und finanzielle Unterstützung. In dieser trostlosen Zeit wird das Mädchen erwachsen, erlebt Freundschaften, erste Liebe, die Gefühlswirren der Pubertät. Doch erst zehn Jahre später erfüllt sich der große Traum der Familie - eine eigene Wohnung. - Mitten in Europa vollzog sich in den 90er Jahren auf dem Balkan eine Tragödie. Bodrozic, selbst 1982 in Vukovar geboren, erzählt aus kindlicher Sicht von der Entwurzelung einer Familie, naiv, teils wirr, teils mit verblüffender kindlicher Logik. Sie reiht Episoden aneinander, bricht den Erzählfluss durch Rückblicke, verliert sich zuweilen in Details. Daher ist dieser Roman eher für ausgebaute Bestände brauchbar, aber dort als Schilderung einer von Kriegswirren direkt betroffenen Adoleszenz empfehlenswert! (Übers.: Marica Bodrozic)
Beate Mainka
Jahrgang 1961. Da ich bereits vor der Schule den Büchern verfallen war, war die Ausbildung zur Diplom-Bibliothekarin eine logische Konsequenz. Danach arbeitete ich 13 Jahre als Buchhändlerin in Bonn und Freiburg bis zur Geburt meiner beiden Kinder.
Seit 1999 leite ich ehrenamtlich eine KÖB im ländlichen Westfalen, seit 2002 bin ich Rezensentin für die Buchprofile in den Bereichen Belletristik sowie Kinder- und Jugendliteratur, die schon im Buchhandel zu meinen Schwerpunkten zählten. Ebenso rezensiere ich für die ekz und seit 2008 für das Titel-Magazin im Internet mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur. Journalistische Arbeiten für die BiblioTheke und die Mitarbeit an verschiedenen Publikationen des Borromäusvereins zur Leseförderung ergänzen mein freiberufliches Pensum.
Wenn ich mal ausnahmsweise nicht lese oder schreibe, durchpflüge ich schwimmend jede Art von Gewässer, verreise gerne mit meiner Familie und liebe es, mich im Theater oder Kino gepflegt unterhalten zu lassen.