Als Birka, das schwarze Schaf eines Tages verschwunden ist, macht sich Jojo, der Hütehund, auf die Suche nach ihr und entdeckt im hohen Gras das Muttertier samt einem frisch geborenen Lämmchen, das mit seinem schwarzen Kopf und dem hellen Stirnfleck wunderschön aussieht. Der Schäfer ist sehr zufrieden mit Jojo, dem das Schicksal des kleinen Tieres von nun an ganz besonders am Herzen liegt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass er bis an seine Grenzen geht, als das Unglück über die kleine Herde zu kommen droht. Der mächtige Adler hat es nämlich auf das Lämmchen abgesehen, das die Gefahr noch nicht richtig einschätzen kann und so eine leichte Beute zu sein scheint. Doch der Hütehund nimmt den Kampf auf und verbeißt sich in die Schwanzfedern des Raubvogels, bis dieser schließlich die Flucht ergreift. - Diese warmherzig erzählte Geschichte von Jojo, dem ganz gewöhnlichen Hirtenhund (zuletzt: “Kleiner Hund mit großem Herzen”, BP 09/424), der in einer Situation, in der das schwächste Mitglied seiner Herde angegriffen wird, viel Mut beweist, passt wunderbar in die gesellschaftspolitische Diskussion um Zivilcourage und eignet sich bereits ab dem Ende der ersten Klasse als Lektüre, die Kinder auch durch ihre durchgängig farbigen Illustrationen zum Lesen verlockt.
Ute Sand
1959 in München geboren lebe ich mit meiner Familie noch immer in dieser für uns ‘schönsten’ Stadt.
Ich studierte Germanistik, Geschichte, Politik und schloss mit dem Magisterexamen ab. In den darauf folgenden Jahren war ich als Dozentin und freiberufliche Lektorin tätig, doch am wichtigsten für mich waren die Jahre in einer traditionsreichen Münchner Buchhandlung. Dort begegnete ich einer enthusiastischen älteren Kollegin, die mich für die Vielfalt der Kinder- und Jugendliteratur begeisterte.
Anspruchsvolle Autoren und Illustratoren, wie Klaus Kordon, Jostein Gaarder, Miriam Pressler, Binette Schröder oder Klaus Ensikat den Lesern nahe zu bringen und zugleich deren eigene Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren, wurde Ziel meiner Arbeit. Auch wenn ich selbst gerne kreuz und quer lese, so werde ich in Zukunft für den Borromäusverein schwerpunktmäßig Kinder- und Jugendliteratur besprechen.