Die 7-jährige Laura sehnt sich nach einem “Haus mit roten Dachziegeln”, in dem sie mit Eltern wohnen kann, “die abends ... nach Hause kommen”. Ihr Wunsch bleibt jedoch unerfüllt. Da ihre Eltern den Montoneros, einer in den 1970er Jahren tätigen argentinischen Untergrundbewegung angehören, lebt sie nach der Verhaftung ihres Vaters gemeinsam mit ihrer Mutter “im Untergrund”. Erst als sie in das heimlich zur Druckerei umgebaute, eine Kaninchenzucht vortäuschende Haus von Freunden aufgenommen wird, spürt sie so etwas wie ein Heimatgefühl. - Die ideologischen Zielen geopferte Kindheit ist das die Autorin Laura Alcoba (Jahrgang 1968) bewegende Thema. Um ihren als Rückblick konzipierten Episodenroman authentisch wirken zu lassen, ist die in Argentinien geborene Schriftstellerin bemüht, das Geschehen aus der Sicht ihrer Protagonistin zu erzählen. Obwohl diese Position nicht konsequent beibehalten wird und darüber hinaus sprachlich-stilistische Mängel im übersetzten Text auffallen, sollte das schmale Prosabändchen dennoch nicht unbeachtet bleiben. (Übers.: Angelica Ammar)