In kaum einer Zeit war der Optimierungswahn größer als in unserer, nie galt ein perfektes Leben höher als anzustrebendes Ideal. Doch diese Sucht nach dem Perfektsein hat ihren üblen Preis: Wir machen schon Kindergartenkinder zu Wissensmaschinen, quälen uns, um auf der Karriereleiter noch höher zu steigen, mühen uns oft auf ungesündeste Art ab, einen idealen Body zu bekommen. Doch daran muss man letztendlich scheitern. In seinem Buch deckt der renommierte Journalist Klaus Werle auf, dass von diesem Perfektionierungswahn sehr oft andere profitieren, die die Sucht nach dem Idealen ausnutzen: Das geht von Nachhilfeinstituten über die Nahrungsmittelindustrie und Schönheitschirurgen bis zu Managementtrainern: Eine veritable Lebenshilfe-Industrie hat sich gebildet, die Ratgeberliteratur und Coaches für alle Zwecke anbietet. Dass der Autor selber mit seinem Buch eigentlich dazu gehört, dieses Paradoxon nimmt man gern in Kauf; denn er schreibt ebenso treffend wie augenzwinkernd, wie sehr wir alle dieser Sucht erliegen. Und gibt nicht zuletzt Tipps, wie wir Perfektionismus-Aussteiger werden können. - Ein Buch, das nachdenklich macht und deshalb sehr zur Lektüre zu empfehlen ist.