Die Familie Helmut und Brunhilde Hanke steht für einen Querschnitt der Geschichte Deutschlands vom Nationalsozialismus über den Zweiten Weltkrieg zur Teilung Deutschlands bis hin zur Wiedervereinigung. Dabei nimmt den Hauptteil die Zeit in der DDR ein, von ihrem Anfang bis zum Ende. Frau Hanke war 23 Jahre Oberbürgermeisterin von Potsdam und Herr Hanke Professor an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED. Uwe-Carsten Heye lernte die Hankes in Potsdam kennen. Heye war Pressesprecher der Regierung Schröder und ist heute Chefredakteur der SPD-Parteizeitung “Vorwärts”. Durch Hankes Erzählungen, vor allem die der Tochter Bärbel, bekommt er einen hervorragenden Einblick in das Innenleben der DDR, in die Hoffnungen und Wünsche, die mit dem Sozialismus verbunden waren. Immer mehr stellten die Hankes fest, dass die Realität sich weiter und weiter von den Bildern entfernte, die durch Propaganda und staatliche Informationen gezeichnet worden waren. Dies veränderte auch die Familie, die ihre wachsende Verzweiflung über die Zersetzung der sozialistischen Idee in sich hineinfressen musste. Nur die Tochter Bärbel rebellierte und plante zu fliehen. Sie wurde verraten, verhaftet und den Repressionen der Stasi ausgesetzt. Der Vater wurde krank und die Mutter gab das Amt der Oberbürgermeisterin ab. Die Tochter stellte nach dem Mauerfall fest, dass ihr früherer Ehemann jahrelang über sie an die Stasi berichtet hatte. - Beinahe eine Pflichtlektüre für alle zeitgeschichtlich interessierten Leser, die wissen möchten, was es wirklich bedeutet hatte, Bürger der DDR zu sein.