Paul Chowder, der Protagonist dieses Romans, soll eigentlich möglichst bald eine Anthologie moderner Lyrik zusammenstellen und dazu dann auch noch begleitende Texte schreiben. Trotz des großen Zeitdrucks unter dem Chowder steht, verliert er sich in dieser Situation in ständigen Abschweifungen über die Nöte seines chaotischen Privatlebens, vor allem aber in Liebeserklärungen an die moderne (angloamerikanische) Lyrik. Man könnte darüber streiten, ob es sich bei diesem Buch überhaupt um einen Roman handelt oder ob es sich nicht um eine Aneinanderreihung von vielen kleinen Geschichten, schrägen Einfällen und kleinen Lebensphilosophien handelt. Auf jeden Fall aber wird dem Leser eine temporeiche, niemals langweilige, stets mitreißende Hommage auf einen Lebensentwurf mitgeteilt, in dem die gelesene und geschriebene Poesie einen ganz zentralen Platz einnimmt. “Mein Leben ist unverzichtbar, weil ich die Fahne der Poesie hochhalte, komme, was wolle. Das ist mein Job.” - Freunde der modernen Lyrik werden die Lektüre dieses Buches als eine einzige große Verteidigung ihrer Passion empfinden. Und vielleicht kann ja sogar der eine oder andere Gedicht-Muffel durch dieses Buch ebenfalls für die Gemeinde der Lyrik-Liebhaber gewonnen werden. (Übers.: Matthias Göritz und Uda Strätling)
Carl Wilhelm Macke
Geboren 1950 in Cloppenburg (Oldenburger Münsterland). Studiert in Hamburg und Hannover Pädagogik und Politische Wissenschaften, aber in Ermangelung des ‘pädagogischen Eros’ habe ich mich immer mehr für das Schreiben interessiert. Lebe seit nunmehr über 20 Jahren in München und seit gut zehn Jahren auch zeitweise im italienischen Ferrara. Verheiratet mit einer Allgäuerin.
Für den St. Michaelsbund schreibe ich seit vielen Jahren Buchrezensionen, vornehmlich über neuere italienische und ‘mitteleuropäische’ Literatur. Mein ganz besonderes Interesse gilt aber - seit der ersten Lektüre der Psalmen - der Poesie in allen Epochen bis hin zur modernen Lyrik unserer Tage. Und neben der Arbeit als freier Journalist arbeite ich seit vielen Jahren als Geschäftsführer des Vereins “Journalisten helfen Journalisten”, der sich nach der Ermordung eines SZ-Korrespondenten am Beginn der Kriege auf dem Balkan Anfang der neunziger Jahre gebildet hat. Dass mich zu diesem Engagement ganz besonders auch die theologischen Arbeiten von Johann Baptist Metz motiviert haben, will ich nicht verschweigen.