Eis und wunderschöne Gartenanlagen sind mit dem Namen Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) verbunden, dem Held dieses kurzweiligen historischen Briefromans. Finanziell klamm unternahm er 1826 eine Reise nach England, um - pro forma von Lucie von Hardenberg geschieden - eine reiche Partie zu ehelichen. Dieses Vorhaben scheiterte zwar, doch brachte die Veröffentlichung der Briefbände “Reise eines Verstorbenen” den erwünschten finanziellen Erfolg. In dem vorliegenden literarischen “Kabinettstückchen” taucht nun der “Geist” des Fürsten auf und mit ihm ein Bündel im Schlosspark vergrabener Briefe, die abweichend von den Briefbänden die “wahren” Umstände der Reise schildern. Gemäß dieser fiktiven Wahrheit war der Fürst in England Gegenstand skandalöser Nachstellung (u.a. Bettina von Arnim), ruinöser Wetten (u.a. Baron v. Rothschild), verleumderischer Pressekampagnen (Charles Dickens) und sogar eines mörderischen Komplotts. Lustvoll spielt der Autor mit den realen und fiktiven Ebenen seines Themas, schwelgt im Sprachstil der damaligen Zeit, verunstaltet als running gag den Namen des Fürsten (Pickles, Pückling, Pickler, Puquelere, Prickel, Puckel) und lässt Sherlock Holmes zunächst als Diener, schließlich gar als Serienmörder auftreten. Kurz: eine ungewöhnliche, intelligente und amüsante literarische Scharade, ein munteres und burleskes Verwirrspiel - gut ausgebauten Büchereien empfohlen!