Jem, die Protagonistin der Debütautorin aus England, wächst nach dem Drogentod ihrer Mutter in Pflegefamilien auf, ist sozial auffällig und bleibt am liebsten allein. Denn sie hat seit dem Tod ihrer Mutter eine besondere Gabe, die sie aber eher als Fluch empfindet. Sie kann in den Augen ihrer Gegenüber eine Zahl sehen: das Todesdatum der Person. Unverhofft fällt ein großer schwarzer Junge in ihr Leben, “Spinne”, und ganz langsam entwickelt sich so etwas wie Freundschaft. Als sie einen Ausflug zum “London Eye” an die Themse machen, passiert es - alle Menschen in der Warteschlange haben dieselbe Zahl. Ein Attentat auf das bekannte Wahrzeichen mit mehreren Toten und die Jugendlichen werden zu Gejagten, die dennoch versuchen, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. - Temporeicher Thriller mit zarter Liebesgeschichte zweier Jugendlichen aus einem Londoner “Problemviertel”, die sich mit Fragen nach Tod und Endlichkeit des Lebens und des vorherbestimmten Schicksals auseinandersetzen müssen. Sensibel geschriebene, realitätsnahe Geschichte, die zum Schluss aber etwas überfrachtet wirkt und Brüche aufweist. Bedingt empfohlen. (Übers.: Uwe-Michael Gutzschhahn)
Karin Steinfeld-Bartelt
1959 in Georgsmarienhütte im Osnabrücker Land geboren und aufgewachsen; studierte nach der Ausbildung zur PKA und Erzieherin Sozialpädagogik an der KFH in Münster und absolvierte später noch ein Fernstudium zur Kinder- und Jugendliteratur in Wien.
Sie lebt derzeit in Göttingen und ist als freie Mitarbeiterin in der Familienbildung, der Leseförderung an Schulen und der Betreuung von Schulbibliotheken tätig. Hinzu kommen Rezensionstätigkeiten für den ev. Buchberater und den Borromäusverein im Bereich Kinder- und Jugendliteratur. Momo von Michael Ende begleitet sie nun schon über 25 Jahre als eines ihrer Lieblingsbücher.
Sie ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Söhnen.