Anfang der 1980er Jahre stellen Daniels Eltern in der DDR einen Ausreiseantrag. Sie verlassen mit dem kleinen Kind ihre Heimat, ihre Familie, alles, was sie belastete und woran ihr Herz hing. Die Aufarbeitung ihrer Geschichte macht sich der jugendliche Daniel zu seiner Aufgabe und lernt dabei die tieferen Beweggründe seiner Eltern für diesen Schritt kennen. Dies geschieht in vielen Rückblenden und speist sich aus den Erzählungen seiner Eltern, der Großeltern und der Freunde. Die Vielschichtigkeit und Prozesshaftigkeit des Entschlusses, die DDR zu verlassen, wird in den oft beklemmenden, schwarz umrahmten Paneels adäquat wiedergegeben. Dem Illustrator gelingt es nämlich, keine Schwarzweiß-Malerei zu betreiben, sondern die “Grauwerte” für wichtig zu erachten, die disparaten Gefühlsschwankungen, das Für und Wider der Argumentationen darzustellen. Auch aus diesem Grund kann dieser Comic bereits für Jugendliche Aufklärung über die jüngste deutsche Geschichte leisten.