Unter ihren Fachkollegen werden die beiden Autoren, beides Physiker, wohl als Nestbeschmutzer gelten, denn in diesem Buch gehen sie hart ins Gericht mit der “objektiven Wissenschaft”: “Wahrheit ist immer ein theoretisches Konstrukt, bei dem der Glaube eine nicht unwesentliche Rolle spielt… Wissenschaft kann nur so offen sein, wie die Menschen, die sie betreiben.” Um das zu untermauern, bringen sie zu Beginn Beispiele aus der modernen Psi-Forschung und stellen einige paranormale Phänomene (Psychokinese, Fernwahrnehmung) vor, die wissenschaftlich (noch) nicht erklärbar sind. Aber auch die Geschichte der Physik und Astronomie bietet prominente Beispiele, wie schwer sich manche Theorien durchsetzen konnten. Kepler, Newton und Galilei sind Beispiele ebenso wie Relativitäts- und Quantentheorie. Das zieht sich bis in unsere Zeit, wo manche Forscher nicht mehr auf Kongressen auftreten dürfen, weil sie ungewöhnliche Gedanken äußern würden. Was dringend nottut, ist ein “freier Fortschritt”, wie der letzte Abschnitt überschrieben ist. - Das nachdenklich stimmende Werk kann Lesern mit Interesse am Erkenntnisprozess der Wissenschaften bestens empfohlen werden.