Wohl kein Autor hat die Geschichte der Kriminalliteratur so nachhaltig geprägt wie Georges Simenon. In 75 Romanen und 28 Erzählungen ließ er den Pariser Kommissar Maigret ermitteln. Er war ein unermüdlicher Schreiber, der darüber hinaus auch über 120 sog. Non-Maigrets, Reportagen und autobiographische Schriften verfasst hat. Simenon führte ein rastloses Leben und brüstete sich am Ende damit, mit 10.000 Frauen geschlafen zu haben. Geboren im belgischen Lüttich führte sein Lebensweg über Paris und die USA zum Altersruhesitz in die Schweiz. - Zum 20. Todestag des Schriftstellers legt jetzt der Diogenes Verlag eine umfassende, schön gestaltete Hommage an Simenon vor, die auch erstmals viele private Bilder aus Familienbesitz enthält. Der Untertitel könnte fälschlicherweise den Eindruck erwecken, es handele sich lediglich um einen Bildband, tatsächlich jedoch ist es eine bebilderte Monographie zu Leben, Werk und Rezeptionsgeschichte. Der Band ist ein wahres Vergnügen für die große Fangemeinde, die der Autor immer noch hat. Leider werden sich nur wenige, vor allem größere Büchereien den Band leisten und ihn im Regal neben den bis heute lesenswerten, wunderbaren Krimis präsentieren können.