Der japanische Schriftsteller Kazuo Ishiguro (Jahrgang 1954) erzählt in seinen fünf Geschichten von Freundschaft, Liebe und Verrat sowie von Hoffnungen und Träumen, die unerfüllt bleiben. Obwohl sich die zumeist als Musiker auftretenden Protagonisten ihrer Mittelmäßigkeit bewusst sind, ringen sie um den Erhalt ihres Selbstwertgefühls. Das Schweizer Ehepaar etwa, das seit Jahrzehnten als Duo durch Europa reist, vom Sohn verachtet wird und dennoch die Kraft findet, einem bislang erfolglosen Gitarristen Mut zu machen (“Malvern Hills”). Auch Steve, als Saxofonist nur “halbwegs gefragt” und nicht in der “Oberliga” spielend, wünscht sich Erfolg. Er nimmt die Strapazen einer von seiner Ex-Frau spendierten Schönheitsoperation in Kauf, um seine “Vermarktbarkeit” zu steigern (“Bei Anbruch der Nacht”). Dass die Geschichten trotz des sie einenden verheißungsvollen Titels die Erwartungen enttäuschen, liegt zum einen an mangelnder inhaltlicher Substanz und fehlender Pointierung, zum anderen an einer Sprache, deren krampfhafte Lockerheit durch die Übersetzung nicht ausgeglichen wird. (Übers.: Barbara Schaden)