Wer heute das Abenteuer einer Tibetreise wagt, wird in der Regel zahlreiche bedeutende Klosteranlagen, Klosterstädte und Tempel besichtigen, die den Besucher mit einer Fülle von Götter- und Dämonendarstellungen überraschen werden, die uns Europäern eher fremd sind. Hilfreich ist da der vorliegende Band aus der Reihe “Imhof - Weltgeschichte der Kunst”, der dem an Kunst interessierten Leser/Reisenden einen kurzen Abriss über die Kunst und Architektur in Tibet gewährt. Einer Einführung in die geographischen und vorgeschichtlichen Gegebenheiten in Tibet folgt in chronologischer Abfolge ein komprimiert verfasster Überblick über die Klosteranlagen und buddhistischen Heiligtümer. Fachkundig wird das gesamte Spektrum typischer Bauelemente, charakteristischer Stilformen und etwaiger Adaptionen aus anderen Kulturkreisen oder Religionen erörtert und immer im entsprechenden historischen, politischen, religiösen und regionalen Kontext gesehen. Im durchweg farbigem Abbildungsblock werden neben zahlreichen Beispielen tibetischer Baukunst auch viele Bronzestatuen, Wandmalereien und andere Sakralgegenstände angeführt und in separaten Bildlegenden ausführlich beschrieben. Einige Karten und ein umfassendes Glossar ergänzen diese Überblicksdarstellung. - Eine anspruchsvolle Lektüre für alle Leser, die sich für den tibetischen Kulturraum interessieren. Großen Beständen zu empfehlen.