Daniel und Benno brauchen in ihrem Leben nicht viel: zwei Gitarren, einen Ort an dem sie ihre Musik leben können und den jeweils anderen. Ihre Freundschaft ist mehr als die übliche Verbundenheit zwischen zwei Männern: Beinahe symbiotisch ergänzen sie einander, und alles könnte wohl noch hundert Jahre so weitergehen, gäbe es da nicht Christine, die in ihr Leben tritt und es von Grund auf durcheinanderwirbelt. Denn was zu zweit noch auf so wunderbare Weise funktioniert hat, wird als Trio für alle Beteiligten schon nach kurzer Zeit unerträglich. Als Benno merkt, dass er sich in Christine verliebt hat, die wiederum vermeintlich mehr Interesse an Daniel hat, zieht er die Notbremse: Er packt seine Koffer und geht nach Amerika. Mehr als zehn Jahre später treffen Daniel, Benno und Christine wieder aufeinander, und alle merken, dass die Zeit ihr Problem nicht hat lösen können. Weglaufen geht nicht mehr, jetzt muss - spät zwar, aber unausweichlich - eine Lösung her. - Thommie Bayer beweist in “Aprilwetter” nicht zum ersten Mal, wie gut er es versteht, Irrungen und Wirrungen so zu erzählen, dass der Leser tief eintaucht in ein Chaos von widerstreitenden Gefühlen. Nie abgeschmackt, sondern einfühlsam wird man als Leser Zeuge und Mit-Leidender zugleich. Ein Buch über Liebe, Freundschaft, Sehnsucht, Angst und Trauer und, ganz wichtig, über Musik, die man beinahe beim Lesen hören kann.