Assen, Holland, 1980: Die ganze Stadt feiert das alljährliche Weltklasse-Motoradrennen mit einem großen Volksfest. Auch der 60-jährige Jacob Noach und sein 30 Jahre jüngeres Alter Ego Marcus Kolpa streifen durch die festliche Nacht. Jedoch feiert keiner von beiden; vielmehr grübeln sie über ihr Leben. Jacob ist ein Überlebender des Holocaust, Marcus ein Sonderling und beide sind sie Juden. Nach dem Krieg hat Jacob mit großem Zorn das Lebenswerk seiner Familie zurückgeholt und ein Imperium aufgebaut, um der Stadt seinen Stempel aufzudrücken. Gleiches versucht Marcus, nur auf intellektueller Basis: er ist ein gefragter Literat. Doch in dieser Nacht der allgemeinen Fröhlichkeit, erkennen beide, was sie dieser Zorn und diese Geltungssucht gekostet haben. Sie sind beide unendlich einsam und bleiben ihrer Umgebung ewig fremd. Durch ihre Familien und Freunde hatten sie die Chance, ein lebendiger Teil der Gesellschaft zu werden, doch beide hielten und halten die Tatsache, dass sie Juden sind, als undurchdringlichen Schild vor sich. - Reich an Sprache und Bildern entfaltet der Autor auf der Bühne dieser einen Nacht die Frage nach dem Sinn des Lebens und der jüdischen Identität. Bei der Klärung dieser Frage verschwimmen Fiktion und Realität in immer neuen Handlungssträngen und Figuren. Der Roman ist schwere Kost, dem an mancher Stelle eine Straffung gut getan hätte. Jedoch glänzt die Handlung durch die Fantasie-Figur des “Juden von Assen”, der Witz und Logik in die Geschichte bringt. (Übers.: Helga van Beuningen)