Anlass zu diesem Buch war die Erkenntnis, dass sich in unserer Gesellschaft eine “Renaissance des Religiösen” zu zeigen scheint. Um diesen Grundgedanken geht es in jedem der 12 Gespräche, die dann zur Frage der persönlichen Glaubenseinstellung und der jeweiligen Glaubensgeschichte von Kindheit an führt. Gesprächspartner des Autors sind Schriftsteller, Journalisten, Theologen und Unternehmer. Viele waren Ministranten; diese Zeit hat alle - positiv wie negativ - geprägt. Die Entwicklung des Glaubens ist dann bei jedem verschieden verlaufen. Allen gemeinsam ist die Überzeugung, dass der Glaube “eine große Zumutung an den Verstand” sein mag, wie es der Literaturprofessor Wolfgang Frühwald ausdrückt, dass aber ein Widerspruch zwischen Vernunft und Glauben nicht zu erkennen sei. Die überzeugte Katholikin Fürstin Gloria von Thurn und Taxis gibt zu, dass der Glaube manchmal plötzlich großen Zweifeln weichen kann; “glauben zu können, ist also eine Gnade”. - Ingesamt ist die Lektüre abwechslungsreich, spannend und unterhaltend, da jedem Interview ein Vorspann und ein kurzes Nachwort zum Gesprächspartner (mit Porträtfoto) angefügt ist. - Für alle Bestände gut geeignet.