Ein Unfall an einem schneereichen Winterabend wirbelt das Leben der Doyles durcheinander. Als Bernhard Doyle mit seinen beiden erwachsenen Söhnen Tip und Teddy von einer politischen Veranstaltung nach Hause gehen will, bewahrt eine Unbekannte Tip davor, von einem Geländewagen überfahren zu werden. Sie selbst wird schwer verletzt und kommt ins Krankenhaus. Ihre Tochter Kenya kommt bei den Doyles unter. Ungläubig und abwehrend zunächst müssen die Doyles zur Kenntnis nehmen, dass die Unbekannte die leibliche Mutter von Tip und seinem Bruder Teddy ist, die Bernhard Doyle und seine Frau adoptiert hatten. Die Adoption sorgte damals für einiges Aufsehen, weil die Familie des weißen Bürgermeisters von Boston schwarze Kinder adoptierte. Die Begegnung bringt die Doyles dazu, sich mit ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen: mit dem Tod von Bernhards Frau genauso wie mit ihrem Verhältnis zu Sullivan, dem leiblichen Sohn, der das schwarze Schaf der Familie ist, mit der Frage, warum ihre Mutter Tip und Teddy zur Adoption frei gegeben hat und schließlich mit der Frage, wie die ambitionierten Pläne des Vaters mit den Wünschen der Söhne zusammenpassen. - Ann Patchett ist ein ebenso melodramatischer wie vielschichtiger Roman mit sehr lebendigen Figuren gelungen. Familie Doyle siedelt sie im irisch-katholischen Milieu in Boston an und verhandelt vor diesem Hintergrund die Fragen nach Schuld und Sühne, nach einem gelingenden Leben sowie um den Tod und ein Leben nach dem Tod. Sehr empfehlenswert! (Übers.: Uli Aumüller)