Eine merkwürdige Szene: Unter dem klaren ostfriesischen Winterhimmel breitet ein Mann auf einem gefrorenen Acker einen Perserteppich aus und lädt seine Begleiterin zum Platznehmen ein. Der Schriftsteller Rupert, Anfang 60, und Marie, seine um 33 Jahre jüngere Ehefrau, sind die Akteure des Geschehens. Trotz des bestehenden Altersunterschieds stimmen beide in ihren Wertvorstellungen überein. Sie diskutieren mit Freunden über gesellschaftspolitische Probleme und besuchen Ruperts im europäischen Ausland lebende Kinder und Enkel. Wenn sie sich schließlich für einen Umzug nach Hamburg entscheiden, ahnen sie nicht, dass ihnen, bedingt durch Ruperts ausbrechende Krebskrankheit, nur noch drei gemeinsame Jahre bleiben. - Es sind die Dinge des Lebens, die von der einfühlsam wie auch dynamisch und intensiv erzählenden Autorin in ihrem empfehlenswerten Roman thematisiert werden. Wie soll Marie zurechtkommen ohne Rupert? Kann sie ihren Schmerz durch Schreiben überwinden? Die tiefe emotionale Erschütterung der von Sabine Peters sympathisch gezeichneten Protagonistin teilt sich dem Leser mit. Ihr literarischer Appell, die gegebene Lebenszeit als Geschenk zu betrachten, wird Resonanz finden.