Der österreichische Schriftsteller Karl-Markus Gauß hat ein untrügliches Gespür für Menschen, Orte und Ereignisse, die inmitten von Europa und trotzdem am Rande der allgemeinen Aufmerksamkeit angesiedelt sind. Seit Jahren schon ist er unterwegs in Städten und Landstrichen, die Teile Europas sind, die aber von niemand so recht wahrgenommen werden. Wer kennt zum Beispiel den rumänischen Schriftsteller Tudor Arghezi, den serbischen Autor Oton Zupancic, den österreichischen Bildhauer Franz-Xaver Messerschmidt? Beloeil, unweit von Brüssel gehört ebenso wenig zu den Highlights in den gängigen Touristikführern wie etwa das Kloster Fontevraud in Frankreich oder die Straße Ordu Caddesi in Istanbul. In den Zeilen zu Tudor Arghezi kann man auch ein heimliches Selbstporträt von Gauß entdecken. Dieser habe “Sympathie für die randständigen Menschen, für die niederen Dinge des Alltags ... für die unansehnlichen, die weniger auffälligen Erscheinungen des Lebens”. - Wer neugierig ist auf ein Europa jenseits der Glanzbroschüren und Sonntagspredigten der Politiker, sollte immer wieder zu den Büchern von Karl-Markus Gauß greifen. “Im Wald der Metropolen” ist eines seiner besten und passioniertesten Liebeserklärungen an das “andere Europa”.
Carl Wilhelm Macke
Geboren 1950 in Cloppenburg (Oldenburger Münsterland). Studiert in Hamburg und Hannover Pädagogik und Politische Wissenschaften, aber in Ermangelung des ‘pädagogischen Eros’ habe ich mich immer mehr für das Schreiben interessiert. Lebe seit nunmehr über 20 Jahren in München und seit gut zehn Jahren auch zeitweise im italienischen Ferrara. Verheiratet mit einer Allgäuerin.
Für den St. Michaelsbund schreibe ich seit vielen Jahren Buchrezensionen, vornehmlich über neuere italienische und ‘mitteleuropäische’ Literatur. Mein ganz besonderes Interesse gilt aber - seit der ersten Lektüre der Psalmen - der Poesie in allen Epochen bis hin zur modernen Lyrik unserer Tage. Und neben der Arbeit als freier Journalist arbeite ich seit vielen Jahren als Geschäftsführer des Vereins “Journalisten helfen Journalisten”, der sich nach der Ermordung eines SZ-Korrespondenten am Beginn der Kriege auf dem Balkan Anfang der neunziger Jahre gebildet hat. Dass mich zu diesem Engagement ganz besonders auch die theologischen Arbeiten von Johann Baptist Metz motiviert haben, will ich nicht verschweigen.