Im September 1942 ist die zehnjährige Dora auf dem Landgut Sainte-Lucie im Süden Frankreichs zu Gast. Gemeinsam mit dem etwa gleichaltrigen Jacques erkundet sie den “Verwilderten Park”, beobachtet “grellgrüne, von Hitze und Licht benommene Eidechsen” und unternimmt ausgedehnte Fahrradtouren. Da auch im Haus durch die Zwillinge Jean und Joan Trubel herrscht, stellt sich Doras Sehnsucht nach ihrer Mutter erst abends ein. Wie lange wird der Krieg noch dauern? Warum soll sie mit ihrem Onkel Vlad die Pyrenäen überqueren? Obwohl sich Dora in der Familie des Großvaters Camillou geborgen fühlt, empfindet sie dennoch eine unbestimmte Angst. Dass die sinnlich erfahrbare Sommeridylle trügerisch ist, deutet Jaques Roubaud (Jahrgang 1932) bereits in den Eingangskapiteln seiner emotional bewegenden Erzählung an. Da der französische Autor das Schicksal Doras und deren Mutter tragisch enden lässt, erweist sich das durch die metaphernreiche lesenswerte Prosa vermittelte Bedrohungsgefühl als berechtigt. (Übers.: Tobias Scheffel)