Nirgendwo spielen die Kinder so gern wie in dem herrlichen Garten des Riesen. Doch als er nach einer Reise heimkehrt, vertreibt der Riese die Kinder. Fortan bleibt es in seinem Garten immer Winter, bis der Riese die Kinder doch vermisst. - Wie so viele der Kunstmärchen des 19. Jahrhunderts hat auch dieses einen christlichen Kern: Nur durch die Liebe können Egozentrik und Herzenskälte gebrochen werden. Diese Botschaft wird symbolträchtig mit dem Jahreszyklus in Verbindung gebracht. Die Illustrationen von Lisbeth Zwerger treffen genau den Ton der Entstehungszeit des Märchens. Wie im Jugendstil wird mit freien Flächen, Anschneidungen und großzügigen Diagonalen gearbeitet - viel Raum für Assoziationen also, die den Betrachter der modernen Wimmelbücher erst einmal einige Konzentration abverlangen - wie auch Wildes zarter, moralischer Text selbst. - Das 1984 erstmals erschienene Bilderbuch kann als Neu - bzw. Ersatzanschaffung sehr empfohlen werden.