Sie sind schon ein seltsames Paar, der wortkarge fränkische Jude Zelikman und Amram, der afrikanisch-jüdische Riese. Zelikman verschafft sich immer wieder durch seine Heilkünste Vorteile; Amram hingegen beeindruckt neben seiner Körpergröße und Streitaxt auch durch seine verletzend scharfe Zunge. Sie betrügen, stehlen und sind sich für allerlei sonstige Untaten nicht zu schade; nichts ist ihnen fremd. Aber als sie auf einen verstoßenen Prinzen der Chasaren stoßen, der wegen einer Familienfehde auf der Flucht ist, werden die Abenteuer lebensbedrohlich. Der übellaunige, störrische Junge will nur eines, seinen ermordeten Vater rächen und den Thron zurückgewinnen. Dazu verhelfen soll ihm der allmächtige Kagan, der auf einer Wolgainsel lebt. Doch ehe sie zu dem Großherrscher, den noch nie ein Untertan zu Gesicht bekommen hat, vorzudringen vermögen, werden sie durch die Intrigen der verfeindeten Parteien gefährdet und überleben geradeso die Überfälle der Nordmänner, der Rus und Waräger. Durch Zelikmans medizinische Kenntnisse und durch die Brachialgewalt Amrams gelingt es ihnen, den Prinzen, der sich zuletzt als Prinzessin herausstellt, wieder auf den angestammten Thron zu bringen. Sie hätten nun die Möglichkeit, am Herrschersitz ein eher geruhsames Leben zu führen. Aber sesshaft zu werden behagt ihnen nicht; sie ziehen weiter. - Der Pulitzerpreisträger Chabon hat hier entgegen seinen bisherigen Erzählungen eine ganz besondere, wunderliche Abenteuergeschichte zum Besten gegeben. Das ist ganz große Fabulierkunst und ein wahres, wenn auch eher kurzes Lesevergnügen der besonderen Art. Die eine oder andere Geschichtsverfälschung wird dabei eher amüsiert denn als verstörend zur Kenntnis genommen. Diese sprachlich ungemein versierte Erzählung verdient viele Leser. (Übers.: Andrea Fischer)