Der renommierte britische Historiker Antony Beevor hat zu der Invasion in der Normandie am 6. Juni 1944 ein exzellent recherchiertes und erarbeitetes Buch geschrieben. Beevor, der zum Teil spannend, und vor allem gut verständlich zu erzählen vermag, hat dafür eine ganze Reihe von neuen Quellen erschlossen, und er bemüht sich durchgängig, eine neutrale Sicht einzunehmen. Schon die Vorbereitung aufseiten der Alliierten, eine Front im Westen aufzubauen, um zusammen mit der russischen Front im Osten die deutsche Armee in die Zange zu nehmen, sind so präzise bis jetzt noch nicht geschildert worden. Natürlich wird auch die Propaganda auf beiden Seiten nicht vergessen, die die Soldaten und die Bevölkerung der jeweiligen Seite aufzuputschen versuchte. Detaillierte Karten und ausgesuchte Bilder ergänzen die Ausführungen. Der Autor endet aber nicht mit dem D-Day, dem Tag der Landung, sondern zeigt, wie sich die Alliierten in den Tagen danach mühsam Kilometer für Kilometer gegen die deutschen Verteidiger und die französischen Kollaborateure ins Landesinnere kämpften, um den Brückenkopf Normandie völlig in die Hand zu bekommen. Nach den Ausführungen erklärt ein Glossar die wichtigsten Begriffe; daran schließt sich ein kapitelbezogener umfangreicher Apparat von Anmerkungen. - Das Buch über die kriegsentscheidende Schlacht in der Normandie macht komplexe Vorgänge auch für wissenschaftlich nicht vorgebildete Leser anschaulich und gut verständlich. Ein hervorragendes Geschichtsbuch, das in allen Büchereien seinen Platz finden sollte.