Es ist noch lange nicht alles gut in Südafrika, auch wenn das Land gespannt der Fußball-Weltmeisterschaft entgegensieht. 50 Morde pro Tag, 20 Prozent der Bevölkerung HIV-positiv, alte Seilschaften aus den Tagen der Apartheid, die immer noch funktionieren, das ist das Umfeld, in dem Ali Neumann, Chef der Kriminalpolizei Kapstadt, versucht, ein guter Polizist zu sein. Der Mord an zwei weißen Studentinnen führt ihn zunächst in die Townships, in die Welt der Drogen und der Gangs, die alles beherrschen. Der Fall bekommt allerdings eine dramatische Wendung, als unbekannte chemische Substanzen und ein hoch aggressiver HIV-Virus bei den Toten nachgewiesen werden. Die Spuren führen weit zurück in die südafrikanische Vergangenheit und werden für Neumann und sein Team zu einer tödlichen Bedrohung. - Der Tatort Südafrika hat Hochkonjunktur seit dem großen Erfolg der Krimis von Roger Smith. Diesem Umstand verdanken wir die Übersetzung des unglaublich dichten, enervierenden Romans des Franzosen Caryl Férey, der einen klugen und desillusionierenden Blick auf Südafrika wirft. Der Plot geht zuweilen an die Grenzen des Erträglichen, ist dabei aber von so hoher literarischer Qualität, dass dieser Titel uneingeschränkt zu empfehlen ist. (Übers.: Jörn Pinnow)
Beate Mainka
Jahrgang 1961. Da ich bereits vor der Schule den Büchern verfallen war, war die Ausbildung zur Diplom-Bibliothekarin eine logische Konsequenz. Danach arbeitete ich 13 Jahre als Buchhändlerin in Bonn und Freiburg bis zur Geburt meiner beiden Kinder.
Seit 1999 leite ich ehrenamtlich eine KÖB im ländlichen Westfalen, seit 2002 bin ich Rezensentin für die Buchprofile in den Bereichen Belletristik sowie Kinder- und Jugendliteratur, die schon im Buchhandel zu meinen Schwerpunkten zählten. Ebenso rezensiere ich für die ekz und seit 2008 für das Titel-Magazin im Internet mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur. Journalistische Arbeiten für die BiblioTheke und die Mitarbeit an verschiedenen Publikationen des Borromäusvereins zur Leseförderung ergänzen mein freiberufliches Pensum.
Wenn ich mal ausnahmsweise nicht lese oder schreibe, durchpflüge ich schwimmend jede Art von Gewässer, verreise gerne mit meiner Familie und liebe es, mich im Theater oder Kino gepflegt unterhalten zu lassen.