Verwirrt, unsicher - neue Gefühle machen sich bei allen Figuren in Nava Semels Geschichten breit, noch unbekannt, aber ersehnt und zugleich gefürchtet. Da ist Didi, der sich nicht einmal traut, Tal in die Augen zu schauen, und nur seiner Großmutter gegenüber den Mut hat, die Liebe zu einem anderen Jungen zu gestehen. Da ist Tamara, die vor der Gründung des Staates Israel einen englischen Soldaten nach einer Bruchlandung mit dem Fallschirm rettet, ihn verbindet, sich verliebt und seine “jüdische Prinzessin” (S.105) wird, und da ist der Junge, der freiwillig die Rolle des Esels in Shakespeares Sommernachtstraum spielen will, um endlich seine angebetete Lyra, die die Königin spielt, küssen zu dürfen. Sie alle erleben Freud und Leid erster Liebe, das Chaos der Gefühle, das Sehnen und die Verwirrung. - Spannend und einfühlsam erzählt Nava Semel diese Geschichten, in denen der Fortgang der Liebesgeschichten immer offen bleibt, aber die Gefühle der Jugendlichen sich immer nachspüren lassen und so erlebbar werden. (Übers.: Mirjam Pressler)