Der Boje-Verlag hat eine Reihe “Philosophieren mit neugierigen Kindern” begonnen. Die ersten beiden, gleich aufgebauten Bände behandeln die Themen “Ich” und “Gut und Böse”. Jedes der sechs Kapitel beginnt mit einer zentralen Fragestellung (zum Thema Identität: Bist du ein Tier? Findest du es gut, größer zu werden? Bist du wie die anderen? Was verdankst du deinen Eltern? Betrachtest du dich gern im Spiegel? Kannst du wählen, wer du bist? - zum Thema Gut und Böse: Darfst du stehlen, um etwas zu essen zu bekommen? Musst du freundlich zu anderen sein? Solltest du immer auf deine Eltern hören? Solltest du immer alles sagen? Solltest du immer tun, was du willst? Solltest du anderen helfen?). Auf diese Fragen werden mehrere scheinbar einfache und plausible Antworten gegeben, die positiv und negativ besetzt sind. Diese Antworten werden jedoch unverzüglich in ihrer allgemeinen Gültigkeit facettenreich hinterfragt und als Ausgangspunkt genommen, um neue Fragen aufzuwerfen. Jedes Kapitel schließt mit einem kurzen Resümee, das die verschiedenen Überlegungen bilanziert und die Widersprüchlichkeit verdeutlicht, die aus divergierenden Blickwinkeln auf eine Frage resultieren kann. Danach werden praktische Lebensweisheiten formuliert, die sich aus der Beschäftigung mit der zentralen Fragestellung des Kapitels schlussfolgern lassen. Dass dieses Philosophieren nicht nur eine spannende Angelegenheit ist, sondern bei aller Mühe auch Spaß bereiten kann, wird durch die witzigen Illustrationen unterstrichen. Ein Daumenregister erleichtert das Auffinden der Kapitel. - Es gelingt dem Autor auf beeindruckende Weise, existenzielle Fragen für Kinder verständlich aufzubereiten und jene zum eigenständigen Denken hinzuführen, wobei das Gespräch mit Erwachsenen allerdings kaum verzichtbar sein dürfte. Da das aber nicht als Kritikpunkt aufzufassen ist, kann man diese Bücher allen (Schul-)Büchereien bestens empfehlen.