Durch den Unfalltod des Vaters gerät Cleo (11) mit ihrer Mutter und zwei Schwestern in “prekäre” Verhältnisse, die sie zum Umzug in einen Wohnblock mit sozialem Brennpunkt zwingen. Bald schließt sie Freundschaft mit Mirko und v.a. Punch, die auch ein schweres Schicksal und ein kleines Geheimnis mit sich tragen. Sehr sensibel, sehr feinsinnig, sehr behutsam lässt die Autorin den Leser durch Cleos scharf und kritisch beobachtende Augen an der sozialen Verelendung teilhaben - die Gesellschaft kommt dabei nicht gut weg! Man erhält einen Eindruck davon, wie demütigend es ist, arm zu sein, v.a. für Kinder. Doch es gibt Hoffnung: Während Cleos Schwester Beverly (15 Jahre) ganz auf ihr Aussehen setzt und scheitert, will Cleo mehr erreichen; eine Lehrerin unterstützt sie. Das Ende bleibt offen. Doch man hat Vertrauen zu der Widerstandskraft und Zähigkeit dieses klarsichtigen Mädchens gefasst. Das auch sprachlich-erzählerisch sehr differenzierte Kinderbuch aus den Niederlanden ist ohne Weiteres auf deutsche Verhältnisse zu übertragen und kann mit allem Nachdruck empfohlen werden. (Übers.: Eva Schweikart)