Nach ihrem Selbstverständnis sind die deutschen Universitäten absolute Spitze. Mit einem Hochschul-PISA würde man, ähnlich wie bei unseren Schulen, schnell aus diesen tradierten Träumen aufwachen. Diese provozierende Aussage versucht der frühere Literaturwissenschaftler (seit 2005 freier Journalist) in seiner nach Überschriften alphabetisch geordneten Sammlung von Essays nachzuweisen. Von den Abschlüssen, die derzeit in den Studentenprotesten ein Zielthema sind, über die Akademiker mit ihrem Abgrenzungsbedürfnis, das Auslandssemester, das das Studieninteresse mit dem Bedürfnis, eine andere Lebenskultur kennenzulernen verbindet, hin zu Beratung und Betreuung, denen der Autor ein sehr schlechtes Zeugnis ausstellt, spannt sich der Bogen. Themen wie Bibliothek, Bologna-Prozess, Einheit und Freiheit von Forschung und Lehre, Elite-Universität, Forschung oder auch die unverzichtbare Hierarchie schließen sich, kritisch betrachtet, an. Man könnte diese Aufzählung der Stichwort-Überschriften weiter fortführen, entscheidend aber ist, dass Johannes Balve immer den Finger in die vorhandenen Wunden legt und Veränderungen und Verbesserungen einfordert. Dies tut er durchaus fair und übersieht auch die positiven Aspekte nicht. - Für größere Bestände.