Auf der Landkarte Italiens, die einem Stiefel ähnelt, liegt Kalabrien an der äußersten Stiefelspitze. Anders als das benachbarte Sizilien gilt Kalabrien für Touristen als weniger attraktiv. Landschaftlich, das beweist auch sofort der DuMont-Reiseführer, hat Kalabrien ebenso viele phantastische Meeresblicke und Festungen aufzuweisen als die benachbarte sizilianische Schwester. Auch die Küchenkultur ist - wie in jeder italienischen Region - von einer überbordenden Reichhaltigkeit an Rezepten. Und die Mafia - in Kalabrien “Ndrangheta” genannt - existiert hier leider auch. Der Reiseführer verschweigt diese dunkle Seite dieser Region nicht. Allerdings wird man dies als Tourist während der Urlaubstage an der italienischen Stiefelspitze wohl kaum wahrnehmen. Und im Übrigen gibt es in Kalabrien eine Anzahl von sehr aktiven Anti- Mafia-Initiativen wie man dem Reiseführer auch entnehmen kann. Dass nicht nur die goldenen und sonnigen Seiten Kalabriens angeführt werden, sondern auch die sozialökonomischen Probleme, spricht für diesen kleinen, handlichen Reiseführer. Die für Reiseführer üblichen (und notwendigen) praktischen Informationen über einzelne Orte, inklusive der touristischen Infrastruktur, sind alle auf dem neuesten Stand. Empfehlenswert.
Carl Wilhelm Macke
Geboren 1950 in Cloppenburg (Oldenburger Münsterland). Studiert in Hamburg und Hannover Pädagogik und Politische Wissenschaften, aber in Ermangelung des ‘pädagogischen Eros’ habe ich mich immer mehr für das Schreiben interessiert. Lebe seit nunmehr über 20 Jahren in München und seit gut zehn Jahren auch zeitweise im italienischen Ferrara. Verheiratet mit einer Allgäuerin.
Für den St. Michaelsbund schreibe ich seit vielen Jahren Buchrezensionen, vornehmlich über neuere italienische und ‘mitteleuropäische’ Literatur. Mein ganz besonderes Interesse gilt aber - seit der ersten Lektüre der Psalmen - der Poesie in allen Epochen bis hin zur modernen Lyrik unserer Tage. Und neben der Arbeit als freier Journalist arbeite ich seit vielen Jahren als Geschäftsführer des Vereins “Journalisten helfen Journalisten”, der sich nach der Ermordung eines SZ-Korrespondenten am Beginn der Kriege auf dem Balkan Anfang der neunziger Jahre gebildet hat. Dass mich zu diesem Engagement ganz besonders auch die theologischen Arbeiten von Johann Baptist Metz motiviert haben, will ich nicht verschweigen.