Niemand ist wirklich glücklich, ist Jane Howard schon als 13-jährige überzeugt. Die Ehe der Eltern zerbricht früh. Das hochbegabte Mädchen erhält Stipendien und promoviert in Literatur an der Harvard University. Ihre erste große und unglückliche Liebe ist ihr Professor. Nach dessen plötzlichem Tod steigt sie aus dem Unibetrieb aus, um in der Finanzbranche viel Geld zu verdienen. Danach landet sie wieder als Dozentin an einer kleinen Uni und verliebt sich in den unkonventionellen Filmfan Theo. Die komplizierte Beziehung endet kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Emily. Als Emily mit drei Jahren bei einem Autounfall stirbt und Jane vor einem Berg von Schulden steht, die Theo ihr eingebrockt hat, versucht sie sich umzubringen. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus lässt sie ihre alte Welt hinter sich, bricht jeden Kontakt ab und zieht nach Kanada. Doch je mehr sie sich treiben lässt, desto stärker wird sie auf sich selbst zurückgeworfen. Sie kann sich nicht mit Emilys Tod abfinden. Als ein Mädchen spurlos verschwindet, wird die Aufklärung für Jane zur Obsession. Zur Überraschung aller löst sie den Fall, was sie auch selbst innerlich befreit. Ihr wird klar, dass sie etwas aus ihrem Leben machen, dass sie “in die Welt zurückkehren” muss. - Der dicke, über 600 Seiten starke Roman wird aus Janes Perspektive erzählt und analysiert intensiv die schmerzlichen Erfahrungen und den großen Verlust der hochintelligenten jungen Frau, die nur schwer ins Leben zurückfindet. Das Ereignis, das ihr wieder Antrieb gibt, nimmt die letzten 150 Seiten ein und bildet einen kleinen Krimi innerhalb des psychologisch einfühlsamen Romans. Ein herausragender Unterhaltungsroman, überall gut geeignet. (Übers.: Christiane Burkhardt)
Ileana Beckmann
Aufgewachsen in Stuttgart und Rom; nach dem Abitur Studium der Komparatistik und Romanistik mit Magisterabschluss an den Universitäten Paris, Bonn und Yale. Verheiratet, 2 erwachsene Söhne. Neben dem Dasein als Hausfrau und Mutter Übersetzungen aus dem Französischen, Italienischen und Englischen für die Wissenschaftliche Buchgesellschaft; Leiterin der KöB in Hagen-Dahl; Leitung verschiedener Literaturgesprächskreise, Dozentin (Literatur) der VHS und des Kath. Erwachsenenbildungswerks Lüdenscheid.
Zum Rezensieren (Belletristik für die Medienprofile und Romane und Hörbücher für den Ev. Buchberater) bin ich gekommen, um meine Leselust rechtfertigen und in der Hoffnung, andere mit meiner Begeisterung für gute Bücher anstecken zu können und davon zu überzeugen, dass gut ausgewählte Literatur ein Ratgeber und Helfer in manchen existenziellen Fragen ist.
Lieblingslektüre: französische Romane des 19.Jh., moderne franz. Autoren, Ian McEwan und John Irving, und schließlich neben dem Klassiker Thomas Mann die deutschsprachigen Autoren Martin Suter und Bernhard Schlink und Uwe Timm.