In der Buchversion ihres mehrfach ausgezeichneten Filmes “Karo und der liebe Gott” (s. BP/mp 10/228) erzählt die Autorin mit großem Einfühlungsvermögen von der achtjährigen Karo und ihren Bestrebungen, die sich abzeichnende Scheidung der Eltern mit allen Mitteln zu verhindern. Dabei hofft sie, angeregt vom Erstkommunionunterricht, insbesondere auf Gottes Hilfe. Zur Verständigung mit ihm nutzt sie ein altes Walkie-Talkie, dessen Gegenstück ihr beim Umzug abhanden gekommen ist. Als sie nach langer Zeit enttäuschenden Stillschweigens Gottes endlich eine Antwort erhält, muss sie mit Verwunderung feststellen: Gott residiert keinesfalls im Himmel, sondern in der Wohnung unter ihr und er sprengt ihre Vorstellungen vom Allmächtigen: Der vermeintliche liebe Gott ist ein alter, bisweilen mürrischer Mann mit verwahrlostem Outfit, der dem Alkohol keineswegs abgeneigt ist. Dennoch bahnt sich zwischen Karo und ihm langsam eine wunderbare Freundschaft an. Er ist dort, wo er benötigt wird und hilft ihr in dieser für sie schweren Zeit. Wenn auch die Familiensituation ein für Karo unerwartetes Ende nimmt, erkennt sie: Ihr Leben kann trotzdem glücklich weitergehen. - Dass das Vertrauen an eine wie auch immer geartete göttliche Hilfe dazu beitragen kann, Schicksalsschläge zu überwinden und das Leben wieder zu meistern, ist eine der subtil vermittelten Botschaften des Buches, das zugleich anregt, über Freundschaft und das eigene Gottesbild nachzudenken. Als Illustration dienen Standfotos aus dem Film, die - grafisch weiterentwickelt - dessen Flair authentisch einfangen und zugleich eigenständige Akzente setzen. Selten werden religiöse Themen so leicht, unverkrampft, witzig und zugleich tiefgründig behandelt.