Kirchen gehören zu den bedeutendsten und anspruchsvollsten Bauaufgaben; es sind Orte der Kontemplation und der Repräsentation, Orte der Gemeinschaft und des Kultes, in denen sich auch der (politische) Anspruch der Christenheit und ihre geistesgeschichtlichen Grundlagen manifestieren sollen. Auch der Vielzahl der Funktionen muss eine Geschichte des Sakralbaus Rechnung tragen: Bischofs- oder Pilgerkirchen, Taufkirchen und Klosteranlagen haben unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen, die sich architektonisch ablesen lassen. Die vorliegende Studie meistert diese große Arbeit, indem sie streng chronologisch die Baustile vorstellt, einzelne Beispiele herausgreift, Bezüge herstellt und vor allem die spezifischen Raumvorstellungen der Zeitalter betont. Dass dies bei einem Umfang von nur 150 Seiten stimmig gelingt, liegt auch am Vermögen der Autorin, komplexe Sachverhalte erklären zu können, auch durch “Infokästen” mit Quellenmaterial zur Architektur- und Kirchengeschichte. Die Auswahl, Qualität und Anordnung der Abbildungen lassen leider zu wünschen übrig; dennoch wurde hier eine lesenswerte Baugeschichte für den interessierten Laien vorgelegt.