Marek Edelmann (1919-2009) war wie nur wenige ein Zeuge sowohl der faschistischen als auch der stalinistischen Epoche des 20. Jh. Bekannt wurde er vor allem als einer der Anführer des legendären Ghetto-Aufstands der Warschauer Juden von 194¿4. Dann aber wurde er auch zu einem unbequemen Kritiker des Kommunismus in seiner polnischen Heimat. Den Antisemitismus hat er in allen Facetten erlebt und erlitten. Unbequem blieb er auch in seinem Engagement während der Kriege auf dem Balkan am Ende des 20. Jh., wo er sich heftig gegen den Pazifismus vieler Freunde wandte, denen er vorwarf, nichts aus der Geschichte des Totalitarismus gelernt zu haben. Auch in Israel hatte er viele Kritiker und Gegner, weil er die offizielle Politik des Staates Israel gegen die Palästinenser verurteilte. Über alle Etappen seines langen und oft sehr spannenden Lebens erzählt Marek Edelmann ausführlich in diesem Buch. Wir lernen in diesem Buch einen in jeder Hinsicht eigensinnigen, oft auch widerborstigen Menschen kennen, dem jede Form von Opportunismus und Anpassung, gegenüber wem auch immer, zuwider waren. Ein Vorbild zu sein, hätte Edelmann weit von sich gewiesen, aber für viele Jüngere war und ist er es.
Carl Wilhelm Macke
Geboren 1950 in Cloppenburg (Oldenburger Münsterland). Studiert in Hamburg und Hannover Pädagogik und Politische Wissenschaften, aber in Ermangelung des ‘pädagogischen Eros’ habe ich mich immer mehr für das Schreiben interessiert. Lebe seit nunmehr über 20 Jahren in München und seit gut zehn Jahren auch zeitweise im italienischen Ferrara. Verheiratet mit einer Allgäuerin.
Für den St. Michaelsbund schreibe ich seit vielen Jahren Buchrezensionen, vornehmlich über neuere italienische und ‘mitteleuropäische’ Literatur. Mein ganz besonderes Interesse gilt aber - seit der ersten Lektüre der Psalmen - der Poesie in allen Epochen bis hin zur modernen Lyrik unserer Tage. Und neben der Arbeit als freier Journalist arbeite ich seit vielen Jahren als Geschäftsführer des Vereins “Journalisten helfen Journalisten”, der sich nach der Ermordung eines SZ-Korrespondenten am Beginn der Kriege auf dem Balkan Anfang der neunziger Jahre gebildet hat. Dass mich zu diesem Engagement ganz besonders auch die theologischen Arbeiten von Johann Baptist Metz motiviert haben, will ich nicht verschweigen.