Die mit der Autorin Pauline de Bok (Jahrgang 1956) identische Ich-Erzählerin trifft auf dem idyllisch gelegenen Vorwerk Blankow ein, um eine Auszeit zu nehmen. An den Lärm der Großstadt gewöhnt, fällt es ihr zunächst schwer, Stille zu ertragen. Während ihrer Streifzüge durch die Natur gewinnt sie den Eindruck, es handle sich um eine fast menschenleere Gegend. Als sie jedoch beim Stöbern alte Dokumente findet, erwacht ihr Interesse und sie begibt sich auf Spurensuche. Aus persönlichen Gesprächen, Briefen und Antragsformularen sowie aus historischen Betrachtungen formen sich unterschiedlichste Lebenswege. Die Ich-Erzählerin erfährt von der Not der Tagelöhner, ist erschüttert über das Leid der 1945 westwärts ziehenden Flüchtlinge und reflektiert die Probleme der Bauern unter sozialistischen Bedingungen. Je intensiver und umfassender sie sich mit den Schicksalen auseinandersetzt, desto stärker vermag sie nachzuempfinden, was Abschied und Heimweh für den Einzelnen bedeuten. - Das vielschichtige Thema Heimat in den Mittelpunkt stellend, erinnert der mit Fakten und Namen beladene, dennoch lesenswerte Bericht an die Ereignisse jüngster deutscher Geschichte. Er stellt darüber hinaus eine abwechslungsreiche Landschaft vor, die aufgrund fehlender Perspektiven junge Leute zum Abschiednehmen zwingt. (Übers.: Waltraut Hüsmert)