Carsten Otte hat eine Abneigung gegen das Autofahren, von Kind auf. Nicht, dass er sich nicht als Beifahrer transportieren ließe, aber selbst zu fahren, ein Auto zu besitzen - dem kann und konnte er nie etwas abgewinnen. Im Gegenteil, er ist überzeugt, dass es sich bei Autos um Auslaufmodelle des Lebens handelt. - Witzig, kurzweilig, frech und sehr informativ setzt sich Otte in diesem Buch mit allen Facetten des Lebens ohne Auto und Führerschein auseinander, er erzählt in komischen Anekdoten von der Alkoholkontrolle als Radfahrer und einem Polizisten, der ihn Adorno zitieren ließ, vom Autokauf seiner Frau oder vom Idiotentest. Dabei will das Buch nicht missionieren, nicht belehren. Es informiert, stellt Aussagen und Geschichten so in den Raum, dass gerade der menschlich alltägliche Umgang mit dem Thema zum Nachdenken anregt. Es gelingt Otte, den Leser ins Grübeln zu bringen, auch über seine Zukunftsvisionen, den “Robo”, ein vollautomatisiertes, elektronisches Gefährt und darüber, dass aus der alten Dreiradwerbung “Noch keinen Führerschein, aber schon BMW fahren” mal eine Werbung für alle wird: “Auch ohne Führerschein BMW fahren.” (S. 340 unten) - Unterhaltsam und empfehlenswert.