35 Jahre war der Engländer Marcus mit Quatrina, einer afghanischen Ärztin, verheiratet. Ihretwegen war er, der auch Arzt ist, zum Moslem geworden. In der alten Villa, in der Quatrina zuletzt aus Angst vor den Taliban die Bücher an die hohen Decken genagelt hatte, treffen Versprengte des Krieges und der Unruhen Afghanistans zusammen: eine junge Russin auf der Suche nach ihrem verschollenen Bruder, einem Soldaten, ein junger Fundamentalist und potenzieller Selbstmordattentäter, ein altgedienter CIA-Agent, der einst Marcus’ Tochter Zameen geliebt hat, und eine junge afghanische Lehrerin, die wegen ihres Berufes um ihr Leben fürchtet. Sie alle sind Opfer und Akteure in den Auseinandersetzungen, dem Hass, der keinen Frieden möglich werden lässt, nicht mal Hoffnung aufkommen lässt. - “Das Haus der fünf Sinne” ist ein sanfter Titel für einen Roman voller tragischer Einzelschicksale, für ein politisches Buch, das Stellvertreter aller Kriegsparteien in einem Haus versammelt, in kleinen Puzzleteilen erzählt, wie ihrer aller Leben miteinander verwoben ist. - Ein eindrucksvolles Buch, das berührt, zugleich aber auch verwirrt durch seine Ausweglosigkeit, seinen Blick hinter die Kulissen der einzelnen Interessengruppen und ihrer Unmenschlichkeit. (Übers.: Bernhard Robben)