Der namenlose Ich-Erzähler schiebt einen Einkaufswagen durch den Supermarkt und monologisiert dabei vor sich hin, so wie ihm die verschiedenen Produkte, die ihm unter die Augen kommen, eben bestimmte Assoziationen verursachen: (Kindheits-)Erinnerungen, mehr oder weniger kurioses Alltagswissen, spontane Eindrücke und Empfindungen, Tagträume oder gesellschaftliche Zukunftsvisionen, Reflexionen des eigenen Verhaltens, allgemein lebensphilosophische Betrachtungen ... Diese Gedankensplitter sind in einzelne, durchnummerierte Abschnitte gegliedert, gelegentliche Gedankenabschweifungen werden im Stil wissenschaftlicher Anmerkungen an das Fußende der jeweiligen Seite platziert. Ohne dass sich irgendeine direkte Handlung ereignet hätte, ist der Leser am Ende nicht nur über das Schicksal des Erzählers informiert, der es auch nach Jahren noch nicht verkraftet hat, von seiner Geliebten, nur L. genannt, verlassen worden zu sein. Vielmehr lässt sich das Leben (des Einzelnen, aber auch im Allgemeinen) überhaupt nahezu vollständig durch die Warenwelt beschreiben, die wir tagtäglich einkaufen, und am Ende läuft es doch eigentlich immer auf Einsamkeit und Leere hinaus - so die ernüchternde bis erschreckende Bilanz des Lesers am Ende der Lektüre. - Der literarische Stil, minutiöse Beobachtungen ausführlich und präzise zu schildern und dabei von ganz einfachen Dingen oder Situationen aus komplexe Überlegungen und Phantasien zu entwickeln, erinnert unwillkürlich an Wilhelm Genazino. Unter Verzicht auf dessen bekannte Wortneuschöpfungen findet der Autor dennoch zu einem durchaus eigenen, melancholisch-lakonischen Stil, den man trotz des wenig spektakulären Inhalts gerne und mit Gewinn liest. - Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2009.