Das “Business” treibt sie an bzw. das, was sie dafür halten: die Eröffnung einer “Butterbrot-Bar” etwa, die Einrichtung eines “Schwulenklubs”, die Neugründung “ritueller Dienstleistungen”. Dass den mitunter grotesk anmutenden Geschäften kaum Fortune beschieden ist, lässt die arbeitslosen jungen Männer um die 30 nicht verzweifeln. Kurzzeitige Misserfolge im Alkohol ertränkend, motiviert sie nüchtern der Wunsch, sich eine Existenz aufzubauen “und sich zu legalisieren, soweit das in unserer himmlischen Republik überhaupt möglich ist”. Mit dieser Kritik meldet sich in jeder der sechs Episoden ein Ich-Erzähler zu Wort, der Negativerscheinungen wie Korruption, Alkoholismus und Prostitution zunächst allgemein anspricht, um diese anschließend am konkreten Beispiel abzuhandeln. Die Souveränität, mit der es dem 1974 geborenen Autor gelingt, tragischen Geschehnissen urkomische Momente abzugewinnen, resultiert aus dem analytischen und literarischen Talent des Ukrainers. Respektlos, frech, jegliche Tabus missachtend, seziert er eine Gesellschaft, die sich noch immer im Umbruch befindet. Dem Uneinheitlich-Chaotischen entspricht die Erzähltechnik Zhadans, dessen Derbes mit Lyrischem verbindende Satzkaskaden beeindrucken. Wer sich auf die unkonventionelle Prosa einlässt, wird bestätigen, dass bitterböse gemeinte Satire lachend gelesen werden kann. (Übers.: Juri Dukot, Sabine Stöhr)