Majella Lenzen hat über 30 Jahre als Schwester Maria Lauda den Mariannhiller Missionsschwestern angehört. Die gelernte Krankenschwester arbeitete in Tansania und Simbabwe im Dienst für die Armen und Kranken. Durch ihre Erfahrungen im Krieg, bei Naturkatastrophen und Epidemien stellte sie sich zunehmend auf die Seite der Menschen vor Ort und suchte Möglichkeiten, deren Situation zu verbessern. Dazu gehörte auch ihre deutliche Stellungnahme für den Einsatz von Kondomen in der kirchlichen Aidsarbeit. Zusammen mit den Bestrebungen, ihren Orden und seine Arbeitsweise veränderten gesellschaftlichen Bedingungen anzupassen, brachte sie dies in die endgültige Kontroverse mit der katholischen Kirche. Sie musste nach einem schwierigen Weg aus dem Orden austreten. - Lenzen hat eine spannende, lesenswerte Biografie verfasst und geht schonungslos kritisch mit sich und dem System Orden ins Gericht. Ihrer Darstellung ist die Enttäuschung über den - aus ihrer Sicht erzwungenen - Ordensaustritt und die als demütigend empfundene Behandlung durch ihre Vorgesetzten deutlich anzumerken. Lesenswert.