Anne Wiazemsky hatte 1966 in dem Film “Zum Beispiel Balthasar” von Robert Bresson ihr Debüt als Schauspielerin. Die Achtzehnjährige, Enkelin des Literaturnobelpreisträgers François Mauriac, muss erst die Skepsis in ihrer Familie überwinden, bis sie die Erlaubnis erhält mitzuspielen. Der berühmte alte Regisseur nimmt die blutjunge Debütantin unter seine Fittiche, formt sie und verliebt sich in sie. Sie jedoch weist seine Annäherungsversuche zurück und verbringt ihre erste Nacht mit einem Mitarbeiter aus dem Team. Am Ende der Dreharbeiten ist aus dem schüchternen jungen Ding eine erwachsene Frau geworden und auch Bresson gibt zu, von der Beziehung profitiert zu haben. Sie begegnet Jean-Luc Godard, den sie im nächsten Jahr heiraten wird und mit dem sie einige Filme drehen wird. Doch das ist eine andere Geschichte. - Die mit einigen Preisen ausgezeichnete Autorin schildert unprätentiös und doch elegant ihren Abschied von der beschützten Kindheit und präsentiert zugleich eine liebevolle Hommage an den großen Regisseur. Gerne empfohlen. (Übers.: Judith Klein)