Eigentlich arbeitet Olga Filippowa als Ärztin und Psychologin in einer psychiatrischen Klinik. Aber als sie aus dem Fernsehen vom mysteriösen Tod der 15-jährigen Shenja erfährt, muss sie sich einmischen, weil sie der Mord an frühere Fälle erinnert. Filippowa hat an einer Arbeitsgruppe mitgewirkt, die in Russland die Methoden des Profiling einführen sollte und sich mit Serienmorden beschäftigt hat. Nach üblen Erfahrungen und als Mutter von zwölfjährigen Zwillingen wollte sie sich eigentlich nie wieder mit den Abgründen von Kindesmissbrauch beschäftigen, aber es kommt anders als sie denkt. Im Zuge der Ermittlungen trifft sie ihre Jugendliebe wieder und gerät in große Gefahr. - Polina Daschkowa zeichnet ein düsteres Bild der russischen Gesellschaft, geprägt vom Verlust menschlicher Werte im Zusammenleben, beherrscht von Zynismus und Menschenverachtung. Dank der schriftstellerischen Qualitäten Daschkowas (zuletzt: BP 09/105) wird der Krimi zum vielschichtigen gesellschaftskritischen Zeitdokument. Darüber hinaus hat er psychologische Raffinesse und Spannung bis zum Schluss. Lesenswert! (Übers. Ganna-Maria Braungardt)