Eberts Roman ist in der Zeit des Hochmittelalters (1295-1313) angesiedelt, in der das deutsche Königtum versucht, sich gegen die Fürsten durchzusetzen: Zentral- gegen Partikulargewalt. Auf der Grundlage historischer Fakten, auch in Form von Begleitinformationen (Nachwort, Glossar, Zeittafel), stellt die Autorin den Kampf Friedrichs von Wettin, den Markgrafen von Meißen, um seine Länder dar. Dabei steht das davon geprägte Leben der Untertanen im Vordergrund: Kleinmut und Heldentum, Loyalität und Verrat, Liebe und Missbrauch, Folter und Schlacht, Sadismus und Heilkunst, Armut und Reichtum. Allen voran stehen Änne, eine Nachfahrin des Protagonistenpaars aus Eberts erfolgreicher Hebammenreihe, und Markus, ein tüchtiger Hauptmann aus der Silberstadt Freiberg, deren wechselvolle Liebesbeziehung den Leser emotional an den historischen Stoff bindet. Süffig, farbig und detailreich geschrieben, an - dem historischen Sujet geschuldeter - Gewalt, auch sexueller Art, nicht sparend, entführt das Buch in ein pralles, lebendiges Mittelalter. Einschlägig ausgebauten Beständen empfohlen.