Tieftraurig beweint der Bär seinen Freund, den kleinen bunten Vogel, der plötzlich gestorben ist. In einem Kästchen, auf Blumen gebettet, trägt er ihn immer mit sich. Eines Tages aber begegnet er einer fremden Wildkatze, die einen Geigenkasten umgehängt hat. Die feinfühlige und kluge Wildkatze spielt für den toten Freund des Bären ein Lied auf der Geige, und der Bär wird nicht mehr weinen. Als er erfährt, dass die Wildkatze umherzieht, um anderen vorzuspielen, und ihn diese einlädt mitzukommen, beschließt er mitzugehen. Er lernt Tamburin schlagen; und so ziehen sie noch heute durch die Welt. - Menschliches Schicksal wird hier liebevoll in ein Tiermärchen gekleidet und in schlichter, poetischer Sprache erzählt. Mit sehr starkem Ausdruck erzählen v.a. die begleitenden Bilder von der Trauer, den Erinnerungen an eine wunderbare Freundschaft und dem Wachsen einer neuen. Die dem Text zugeordneten fast seitengroßen schönen Illustrationen sind schwarz-weiß in einer ungewöhnlichen Technik gestaltet: Auf rauem Packpapier wurde schwarze Grundierung in Form von meist ovalen oder runden Feldern aufgetragen, auf die mit weißer Deckfarbe gemalt und mit trockenem Pinsel “gestupft” wurde. Weiche Konturen und Übergänge, vor allem Bewegung und Körpersprache des Bären und der anderen Waldtiere, betonen wirkungsvoll die Grundstimmung der Geschichte. Empfindsamen Kindern kann das Buch eine Hilfe sein, den Verlust eines geliebten Freundes oder Tieres leichter zu bewältigen, und es ist geeignet, Kleinkinder behutsam im Gespräch an das Thema “Tod” heranzuführen.