Aus der Sicht des Hausdieners liest sich die Geschichte der traditionsgebundenen Familie Cao in China fremdartig und sprunghaft. Der Sohn des Hauses bringt nach seiner Ausbildung im Ausland einen jungen französischen Ingenieur mit. Sowohl dieser wie der Diener verlieben sich in die Braut des jungen Herrn Cao. Damit beginnt eine spannungsreiche Entwicklung, in die sich die umstürzlerischen Gedanken und Geschehnisse der Zeit um 1900 mischen. Die Eltern des jungen Herrn haben sich jeder auf eigene Weise dem Geschehen in der Großfamilie entzogen, so dass ihr Sohn deren Geschicke lenkt oder auch treiben lässt. Die feudale Prägung Chinas Anfang des 20. Jh. sowie die anstehenden Veränderungen werden in der Erzählung des Dieners anschaulich beschrieben. Sprachlich kann der Roman mit seinen umgangssprachlichen, oft ins vulgäre kippenden Ausdrücken (besonders im Bereich der Sexualität) abstoßend wirken. Aus diesem Grund nur geeignet für unerschrockene Leser/innen mit Interesse an chinesischer Literatur. (Übers.: Ingrid Müller und Zhang Rui)