Behutsam, mit einfachen Worten, aber eindrucksvoll erzählt der Autor die Sterndeutergeschichte aus der Perspektive der drei Weisen und spannt den Bogen sinnvollerweise bis zum heutigen Drei-Königs-Brauchtum der Sternsinger. Der Leser bekommt einen angemessenen Einblick in die Arbeit der Sterndeuter und darf sie auf der nicht unbeschwerlichen und nicht ungefährlichen Reise nach Betlehem begleiten. Subtil, aber wirksam erfolgen Deutungen. Der lang ersehnte Stern bringt nämlich eine gute Botschaft von einem besonderen König, der alle an Herrlichkeit überragen wird. Deshalb vertrauen die drei Männer der Führung des Sterns und nehmen alle Widrigkeiten auf sich, bis sie schließlich dem Kind als Geschenke das Wertvollste geben, das sie haben. Das anschließende Lächeln des Kindes erscheint als Ausdruck seiner Dankbarkeit und Menschenfreundlichkeit. Ohne zu beschönigen, wird der Mordplan des König Herodes kurz erwähnt. Der Hinweis, dass die Leute diese Geschichte bis heute weitererzählen, unterstreicht den Erzählcharakter. Die Illustrationen bilden ein vortreffliches Pendant zur Erzählung und tragen mit ihrer detaillierten Wiedergabe, z.B. den vielen Sternkarten und alten Schriftenrollen der drei Weisen, erheblich zur Anschaulichkeit bei, ohne den Blick für Wesentliches zu verlieren. Besonders gelungen ist der gezielte Einsatz von Kontrasten, wie z.B. bei den nächtlichen Stimmungen oder beim Palast des Königs Herodes mit seinen massiven, hochstrebenden Säulen und dem wuchtigen purpurroten Vorhang im Vergleich zum Stall. - Für alle Büchereien sehr empfehlenswert.