Wie in den düstersten Tragödien Shakespeares hat der bedeutende iranische Autor (“Kelidar”) ein Familiendrama entworfen, das gleichzeitig die leidvolle Geschichte des Landes widerspiegelt. In einer Provinzstadt wird in einer regnerischen Nacht Anfang der 80er Jahre ein Colonel, der früher dem Schah-Regime diente, aber in Widerspruch mit ihm geriet, von Sicherheitskräften abgeholt, um den Leichnam seiner hingerichteten Tochter entgegenzunehmen und zu bestatten. Die Kinder des Offiziers, drei Söhne und zwei Töchter, repräsentieren die unterschiedlichen politischen Richtungen, die den Iran nach der Flucht des Schahs prägen. Opfer, Täter, Mitläufer und Profiteure sind sie alle in der einen oder anderen Form gewesen. Auch der Colonel, der mutig den Einsatz in einem Feldzug verweigerte, hat Schuld auf sich geladen, als er seine Frau ermordete. - Wer die Ursachen der heutigen Probleme des Landes verstehen möchte, sollte diesen bewegenden Roman voller Tragik und Hoffnungslosigkeit lesen. (Übers.: Bahman Nirumand)