Obwohl Konrad Zuse (1910 - 1995) nichts Geringeres als den Computer erfunden hat, ist er doch nur wenig bekannt. Zum einen fielen seine raumfüllenden Rechenmaschinen teilweise alliierten Bomben zum Opfer, andererseits erkannten die Nazis nicht oder zu spät, was sie mit der genialen Erfindung hätten anfangen können. Und nach dem Weltkrieg schaffte es der umtriebige Tüftler nicht, seine Geräte gewinnbringend zu vermarkten. Delius erzählt das hochinteressante Leben des genialen Ingenieurs und gescheiterten Unternehmers in Form eines langen nächtlichen Monologs, der erst im Morgengrauen mit dem Einnicken des Autors endet. Dabei gerät diese einseitige Darstellungsweise trotz mancher Abschweifungen nie langweilig, allerdings muss erst eine mit Banalitäten angehäufte Anfangsphase überwunden werden. Dann erfährt der Leser auch von der skurrilen Liebe Zuses, der nie Zeit für Politik oder Amouren hatte, zu einer englischen Wissenschaftlerin aus dem 19. Jh. - Ein in mancherlei Hinsicht erhellendes, empfehlenswertes Buch.