Elgaine de Gisors wurde gleich nach ihrer Geburt Berthold von der Lehburg als Frau versprochen. Auch als ihr Vater die Familie verlässt, besteht das Versprechen weiter. Als Elgaine im heiratsfähigen Alter ist, reist Norbert von der Lehburg mit seinem Sohn Berthold an, um Elgaine abzuholen. Als diese ihren zukünftigen Mann sieht, ist sie so enttäuscht, dass sie mit ihrem Fechtlehrer flieht. Auf ihrer Flucht geraten sie in die Auseinandersetzungen zwischen Heinrich IV. und Papst Urban II., die das Abendland spalten. Um die Christen wieder zu einen, versucht Papst Urban, ihnen ein gemeinsames höheres Ziel zu geben: die Befreiung Jerusalems aus muslimischen und jüdischen Händen. Elgaine hat sich zusammen mit ihrer Cousine Cantar gegen viele Unbilden durchgesetzt und sich auf die Seite der Papsttreuen gestellt. Sie gründen den geheimen Orden der Tempelritter, die sich zum ersten Kreuzzug zusammentun, im festen Glauben, ein hehres Ziel zu verfolgen. - Auch wenn Berling im Epilog und durch den Verweis auf die Quellen einen historischen Anspruch geltend macht, liegt er mit seiner Deutung der Vorgänge - Heinrich habe den Papst erniedrigt - meilenweit neben der Deutung, die heute in der Geschichtswissenschaft weitgehend Konsens ist: Der Bußgang war im voraus zwischen Papst und Kaiser ausgehandelt worden, das Verhalten des Kaisers, der im Büßergewand drei Tage um die Burg zog, entsprach dem mittelalterlichen, hoch formalisierten Bußritual. Einen Zusammenhang zwischen Canossa und dem Kreuzzugsaufruf Urbans II. sieht die Geschichtswissenschaft nicht. Wieder einmal kleidet ein Autor von historischen Romanen seine Phantasie in das Gewand von Fakten. Genießbar ist der Roman nur dann, wenn man ihn als Fiktion liest. Katholische Büchereien sollten darauf verzichten.