Autobiografisch inspiriert ist der neue Roman der bekannten französischen Autorin. Die 13-jährige Sonja erzählt, wie sie mit ihrer resoluten Großmutter, einer nach der Russischen Revolution geflohenen Adligen, stets im gleichen Trott ihre Tage in Nizza verbringt. Immer wieder muss sie die Briefe ihrer “Babuschka” lesen, in denen sie ihre Version über das Schicksal der Zarentochter Anastasia kundtut, Briefe, die nie beantwortet werden. Die Welt der alten Dame spielt sich vor allem in der verklärten Vergangenheit ab, nur einmal am Tag brechen Großmutter und Enkelin zu einem Spaziergang auf, der wegen der Furcht der Babuschka vor einem Sturz Sonja keine Freude bereitet. Als sich eines Tages Sonja heimlich mit ihrer Mutter trifft (die getrennt lebenden Eltern haben kaum Kontakt mit ihr), stürzt ihre Großmutter, wird ins Krankenhaus gebracht und verliert allen Lebenswillen. - Einfühlsam, poetisch und auch humorvoll erzählt Olmi die sowohl traurige als letztlich auch Mut machende Geschichte. Gerne empfohlen. (Übers.: Claudia Steinitz)