In einem kleinen Dorf irgendwo im deutsch-französischen Grenzgebiet wird ein Mann, den es erst vor kurzem hierhin verschlagen hat, von den Alteingesessenen ermordet. Brodeck, der des Schreibens und der Worte mächtig ist, wird beauftragt, den Hergang der Geschehnisse in einem Bericht festzuhalten. Widerwillig und aus Angst vor den anderen nimmt Brodeck, der ebenfalls vor langer Zeit in dieses Dorf als Fremder gekommen war, den Auftrag an. Neben dem offiziellen Bericht verfasst Brodeck aber auch noch seine eigene Geschichte, die von den Grausamkeiten des Zweiten Weltkriegs und seinem eigenen Schicksal erzählt. Damals war er das Opfer des Fremdenhasses in seinem Dorf und musste dafür mit jahrelanger Haft in einem Konzentrationslager bezahlen. “Brodecks Bericht” ist eine düstere, beklemmende und dadurch enorm eindrückliche Studie menschlicher Grausamkeiten. Schuld, Angst, Hass und Verrat - das sind die Themen, die Claudel kraftvoll und aufwühlend in einer einfachen, klaren Sprache dem Leser zumutet. Eine großartige Zumutung, vielen Büchereien zu empfehlen. (Übers.: Christiane Seiler)